GoogleMap Eisenach, Creuzburg


Herkunft und Bedeutung
des Familiennamen Creutzburg

* Allgemeines zur Namenkunde

Unter einem Namen versteht man im strengen Sinne ein Hauptwort zur Bezeichnung eines bestimmten Einzelwesens, einer bestimmten Sache oder eines bestimmten Begriffs. Bis in die Zeit unserer germanischen Vorfahren reicht der Brauch, die Kinder eines Mannes als solche und mit ihm zusammengehörig zu bezeichnen. Namen stellen beinahe immer die älteste Überlieferung einer Familiengeschichte dar. Christian Benz vom Forum Ahnenforschung schreibt u.a. hierzu:

Die Wurzeln der deutschen Familiennamen reichen oft bis ins Mittelalter zurück und entstanden damit in einer Zeit, in der die meisten Menschen weder lesen noch schreiben konnten.
Bis zum Ende des 11. Jahrhunderts gaben sich die Menschen lediglich einen Rufnamen. Da damals auf dem Land nur wenige Menschen in kleinen und verstreuten Siedlungen lebten, war dieser eine Rufname auch völlig ausreichend, um den Träger des Namens eindeutig zu bestimmen.
Erst mit anwachsender Bevölkerungszahl, dem zunehmenden Handel, erhöhter Mobilität, der Entstehung größerer Ortschaften und Städte und nicht zuletzt durch die aufkommende Verwaltung von Staat und Kirche, wurde ein differenzierteres Namensystem nötig, um eine genaue Personenidentifizierung überhaupt möglich zu machen.
Daher fügte man seit dem 12. Jahrhundert zu dem bestehenden Rufnamen einen Beinamen hinzu, welcher als Grundlage für den späteren Familiennamen angesehen werden kann. Aus alten Schriftquellen ist bekannt, dass im süddeutschen Raum etwa bereits ab dem Jahr 1000 vereinzelt zweinamige Einträge auftreten. Knapp 200 Jahre später lassen sich dann nur noch zweinamige Eintragungen finden. Familiennamen entstanden schließlich, wenn ein Beiname einer Person auf deren Nachkommen übertragen (vererbt) wurde. Dies war besonders für Verwaltungszwecke - zum Beispiel Erbschaftsangelegenheiten - wichtig, da Familiennamen nun verwandtschaftliche Beziehungen deutlich machten. Beachtet werden muß jedoch, dass sich anfangs die Familiennamen noch ändern konnten, beispielsweise wenn sich der Beruf oder Wohnort des Namensträgers änderte oder gar wenn dieser mit seinem Namen nicht mehr einverstanden war.
Erst im 15. Jahrhundert wird die kontinuierliche Verwendung des gleichen Familiennamens deutlich. Ab dem 17.Jahrhundert wurde schließlich die Namensgebung in Bayern gesetzlich geregelt. Seit dem Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuches am 1. Januar 1900, ist eine Änderung der Namensschreibung nur noch auf dem Rechtswege unter bestimmten Umständen möglich. Die grosse Masse deutscher Familiennamen entstand übrigens in der Zeit vom 14. bis 16. Jahrhundert. Gemäß Telefonbuch gibt es über 900.000 verschiedene Familiennamen in Deutschland. Familiennamen entstanden auf verschiedene Weise:

* Aus Rufnamen

Hierbei wurde der Rufname des Vaters oder - seltener - der Mutter von der nächsten Generation als Familienname übernommen. Man spricht dann von einem Patronym bzw. Metronym. So könnte beispielsweise Johann, ein Sohn von Jacob, fortan Johann Jacob genannt worden sein. Heutige Familiennamen, bei denen der Ursprung noch zweifelsfrei ersichtlich ist, sind beispielsweise Thomassohn, Peterssohn, Anderssohn (Andersen). In etlichen aus Rufnamen entstandenen Familiennamen haben sich auch Genitivendungen (-s, -es, -ens) erhalten. Hierbei wurde aus Umschreibungen wie etwa "Karl, Friedrichs Sohn" schließlich kurz "Karl Friedrichs". Die drei häufigsten reinen Patronymika in Deutschland sind: Hartmann, Werner und Herrmann.

* Aus Berufsbezeichnungen

Dabei läßt sich weiter unterscheiden, ob der Benannte den Beruf ausübte (direkter Berufsname), oder er nach einer bestimmten Eigenheit seines Berufes bezeichnet wurde (indirekter Berufsname). Bei letzterem wurde insbesondere das verwendete Werkzeug, (hergestellte, verarbeitete oder gehandelte) Produkt, ein charakteristischer Arbeitsvorgang oder eine berufstypische Kleidung zur Bildung derartiger Berufsnamen herangezogen. Daneben gehören in diese Kategorie auch Bezeichnungen, die vom Stand oder Amt der Person abgeleitet wurden. Die fünf häufigsten deutschen Familiennamen sind allesamt Berufsnamen: Müller, Schmidt, Schneider, Fischer und Meyer.

* Aus Herkunftsorten

Familiennamen die auf Ortsnamen zurückgehen, erhielten praktisch fast nur zugezogene Menschen an ihrem neuen Wohnort. Ursprünglich dienten noch Umschreibungen, wie beispielsweise "Herbert aus/von Lalling", zur besseren Unterscheidung der Menschen. Ab der Zeit, als die von der Herkunft abgeleiteten Beinamen schließlich zu Familiennamen wurden, läßt sich der Trend erkennen, dass Präpositionen (wie "aus", "von") mehr und mehr weggelassen wurden. Bereits im 14./15. Jahrhundert überwiegen schließlich Herkunftsnamen ohne Präpositionen. Im Niederdeutschen werden diese Namen fortan mit dem Suffix "-mann" gebildet, im Mitteldeutschen erscheint nur mehr der reine Ortsname, im Oberdeutschen wird die Endung "-er" angehängt. So wurde, in meinem Beispiel, "Herbert aus Lalling" zum "Herbert Lallinger". Neben Ortsnamen fanden aber auch Bezeichnungen und Namen von Stämmen, Regionen und Ländern zur Bildung von Herkunftsnamen, Verwendung. Die beiden häufigsten reinen Herkunftsnamen in Deutschland sind Böhm und Bayer. Familiennamen, abgeleitet von Ortsnamen, zählen zu den ersten vererbten Namen. Dann folgten Spitznamen oder Charakteristika. Familiennamen, abgeleitet von Berufen, folgten erst später. Die vom Vater abgeleiteten Namen wurden zuletzt vererbt.

* Aus Wohnstättenbezeichnungen

Im Gegensatz zu den Herkunftsnamen wurden Wohnstättennamen vom Wohnsitz einheimischer Menschen abgeleitet. Derartige Familiennamen wurden aus Flur-, Fluß-, Haus- und Hofnamen geschöpft. Sehr häufig gehen Wohnstättennamen auf die Landschaftsbeschaffenheit in der Umgebung zurück. Zu den häufigsten Wohnstättennamen in Deutschland zählt der Name Busch.

* Aus besonderen Eigenschaften

Auch spezielle, einen Menschen kennzeichnende Eigenschaften wurden zur Namensbildung herangezogen. So haben sich u. a. das körperliche Erscheinungsbild, charakterliche Eigenschaften, Wesensarten, Lebensereignisse oder Gewohnheiten in derartigen deutschen Familiennamen niedergeschlagen. Die drei häufigsten reinen Übernamen in Deutschland sind Klein, Neumann und Schwarz.


* Die Stadt Creuzburg bei Eisenach in Thüringen

Unter Siedlungsnamen sollen diejenigen Ortsnamen verstanden werden, die eine Siedlung benennen oder als Beiname bei einem Personennamen stehen und die eindeutig einer heute noch existenten Ortschaft oder Stadt zugeordnet werden können. Wenn jemand aus einem entfernt liegenden Ort zugezogen ist, wurde zum Teil der ursprüngliche Ortsname als Beiname und später als Familienname gesehen. So wurde zum Beispiel aus „Reinhold aus Kreutzburg“ „Reinhold Kreutzburg“. Komplizierter wird es bei anderen Namen wie „Altenburg“, hier gibt es gleich eine Handvoll Orte, die in Frage kommen. Diese Fälle kann man nur durch Ahnenforschung ermitteln wo die Vorfahren herkommen, indem man in ein Gebiet gelangt das in der relativen Nähe zu einem passenden Ortsnamen liegt.
Naheliegend ist es hier, die Burg Creuzburg und die gleichnamige Stadt für die Herkunft des Familiennamen Creutzburg in Betracht zu ziehen.

* Ortsnamen auf -berg, -burg

In der Magisterarbeit zur Erlangung des akademischen Grades MAGISTER ARTIUM von Beate Lex aus Leipzig findet man einen wissenschaftlich fundierten und damit besonders wertvollen Forschungsbeitrag zu Thüringer Ortsnamen.
Die Magisterarbeit Ortsnamen der ‘Thüringischen Landeschronik’ (Codex Gothanus Chart. B 180) von Beate Lex ist ein wesentlicher Beitrag zur Erforschung des Namen Creutzburg und für ein besseres Verständnis besonders empfehlenswert.
Toponyme als Benennungen jeder Art von Örtlichkeit werden auch als geographische Namen, Lokalnamen, Örtlichkeitsnamen oder Ortsnamen im weiteren Sinne bzw. nur als Ortsnamen bezeichnet, wobei Siedlungsnamen dann als Ortsnamen im engeren Sinne bzw. eigentliche Ortsnamen aufgefaßt werden. In älteren Örtlichkeitsnamen sind diese beiden Grundwörter kaum zu scheiden, sie wechseln bisweilen beim gleichen Toponym. Sie sind ablautend miteinander verwandt und leiten sich von urgermanischen -burgs- mit der Bedeutung ‘Hügel, Anhöhe’ ab. Die Namenglieder bezeichnen ursprünglich befestigte Plätze verschiedener Art, die auf einer Anhöhe liegen. Ortsnamen auf -berg, -burg sind deshalb meist eigentliche Burgennamen, die auf die im Zusammenhang mit den Burgen sich entwickelnden Siedlungen übertragen werden - diese Siedlungsnamen sind sekundär. Dieser Bildungsmotivation sind Creuzburg, Dornburg, Jechaburg, Kahlenberg, Naumburg und Rastenberg zuzuordnen. Auch der Lokativ des Grundworts wie in Altenbergen gehört hierher. Nur wenige Ortsnamen dürften aus Flurnamen mit -berg, das für die ‘Anhöhe’ fest wird, gebildet sein. Dies trifft auf den Siedlungsnamen Eschenbergen zu. Die Bezeichnung althochdeutsch - burg - ‘geschützte Höhe’ wird später auch auf Anlagen in der Ebene übertragen, die sich zu Siedlungen und Städten entwickeln. Das Appellativ mittelhochdeutsch - burc - , mundartlich - borg - hat deshalb neben ‘befestigter Ort, Burg, Schloß’ die Bedeutung ‘Siedlung, Stadt’ angenommen, die seit dem Hochmittelalter der Namenbildung dient und noch in dem Substantiv neuhochdeutsch Bürger durchscheint. Diese jüngere Bildungsmotivation liegt den Ortsnamen Freyburg und Ritteburg zugrunde. Der Siedlungsname Creuzburg enthält im ersten Namenglied althochdeutsch, altsächsisch kruci, kruzi, entlehnt aus lat. crux ‘Kreuz’. Die Namenbelege Cruczeborg, Cruczeburg, Crucziborg und Kruczeborg der Handschrift zeigen noch den nicht diphthongierten Langvokal, obwohl diphthongierte Namenformen etwa seit 1450 belegt sind.

* Burg und Stadt Creuzburg

Creuzburg blickt auf eine über 1000-jährige Geschichte zurück und gehört zu den ältesten Städten Thüringens. Hügelgräber auf dem Gebiet der Stadt weisen auf eine frühzeitliche Besiedlung, mindestens seit der Bronzezeit, hin. Die Anfänge der Besiedlung um den späteren Burgberg, der heute die Burg Creuzburg trägt, gehen bis auf das Jahr 531 zurück. Nachdem das Thüringer Königreich durch die Franken zerschlagen wurde, setzte eine intensive fränkische Besiedlung im Werragebiet ein. Die mittelalterlichen Siedlungen West- und Ostmillingen, der ursprüngliche Name Creuzburgs , bildeten bereits im 8. Jahrhundert einen fränkischen Königsgutbezirk, dessen Mittelpunkt ein Königshof auf dem Gebiet der heutigen Stadt Creuzburg war.

Die Creuzburg
Burg Creuzburg

Als königliches Gut von Otto I. wird es an den Erzstift Magdeburg verschenkt, welcher das Gut an den Abt Werner von Fulda im Tausch weitergibt. In der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts stand an der Stelle der späteren Burg Creuzburg ein dem heiligen Peter geweihtes Mönchskloster. Nach lokalen Überlieferungen (Gründungsgeschichte) wirkte der Missionar Bonifacius (lat. Übersetzung von Winfried - ein Mann der Gutes wirkt) im Jahre 724 auch in Creuzburg und begründete auf dem Burgberg ein Benedektinerkloster, als Stützpunkt seiner Missionarstätigkeit.

Auszug aus 'Thüringische Chronicka' von Johan Heinrich von Falckenstein, 1738
Creutzburg_Closter

Beachtenswert ist folgende Textpassage:

. . . , daß er sich entschloßßen allda auf einem Berge, in die Ehre des heiligen Apostels Petri ein Closter Ordin. S. Benedicti zu bauen, welches erstlich Peters Berg, nachgehens von den vielen dorthin geschehenen Creutz Fahrten Creutzberg oder Creutzburg genennet worden. Anfänglich stunde nur eine kleine Capelle auf dem Berge und wann das Volck, absonderlich in der Creutz Woche häufig dahin Wallfahrten kam, . . .

Kreuzwoche , Hebdomada crucis, nennt man die Woche, welche auf den 5ten Sonntag nach Ostern folgt, und in welche das Himmelfahrtsfest fällt; sie wird auch die Bitt- oder Betwoche genannt. Sie ist in der Kirche öffentlichen Gebeten geweihet, welche an einigen Orten mit Fasten oder Enthaltungen, z. B. in Klöstern, verbunden werden, und mit Wallfahrten, oder Kreuzgängen, d. i. feyerlichen Umgängen und Processionen, welche in einer bußfertigen Gestalt und mit vorgetragenem Kreuze geschehen, um den Wohlstand der irdischen Güter und die Entfernung der Uebel, mit denen wir heimgesuchet werden können, von Gott zu erbitten. Besonders geschieht dieses auf den Montag, Dinstag und Mittwoch dieser Woche, welche daher auch Kreuztage genannt werden. An diesen Tagen müssen auch alle jene, welche zu den priesierlichen Tagzeiten verbunden sind, die große Litaney unter einer schweren Sünde beten, weswegen auch diese Tage im eigentlichen Verstande Bitttage, Dies rogationum, genannt werden.
An diese ersten Bekehrungsversuche zum Christentum unserer heidnischen Vorfahren erinnert ein mehrfach erneuertes hölzernes Kreuz im Burghof.
Beides, die Wallfahrten anlässlich der Kreuztage und das Wirken des Bonifacius, mag dem Ort den neuen Namen Cruciburg , Creuzburg, eingetragen haben, wie er einen durch einen urkundlich bestätigten Gebietstausch von Kaiser Otto II. am 22. Oktober 973 belegt ist.
» Otto [II.] bestätigt auf Bitten des Erzbischofs Adalbert von Magdeburg und des Werinhar, Abt von Fulda, einen zwischen den beiden Kirchenfürsten geschlossenen Tausch namentlich angeführter Orte. Das Tauschgeschäft ist bereits vor seinem Vater in Trebur getätigt worden. Der Erzbischof gibt in der Provinz und Grafschaft Ostthüringen Tüngeda, Gräfentonna, Brüheim, Mihla nördl. Eisenach (Ostmilinge), Creuzburg und die ganze Mark (Uuestmilingero), Dachwig, Walschleben, Heilingen (Helinge), Rockstedt und Salzungen. Dafür erhält der Erzbischof auf seine Bitte aus kaiserlichem Besitz Drackenstedt [Gem. Eilsleben] (Drikkestedi). Abt Werinhar gibt den Klosterbesitz in Freckleben, Schackstedt, Leimbach, Vatterode, Harkerode [, südwestl. Aschersleben] (Kerlingorod), Mansfeld, Dodendorf, Rotenwalle [west, bei Sandersleben südöstl. Aschersleben] (Rodonuualli), Nienstedt (Nienstedi) [west, bei Gerbstedt nordöstl. Eisleben], (Purtin) [wüst, bei Freckleben südöstl. Aschersleben] und (Elesleba) [wüst, bei Welfesholz] und anderen von slavischen Familien bewohnten Orten. Geschehen durch die Hand der Vögte Ricdag für die Magdeburger Kirche und Adalbert für das Kloster Fulda. «

Urkunde über einen Gebietstausch vom 22.Oktober 973, bestätigt durch Kaiser Otto II. und früheste Erwähnung von Creuzburg
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Lange vor der Stadtgründung Creuzburgs gab es bereits eine Siedlung Cruciburg/Cruciberg und erscheint erstmals 973 als locus Cruciberg. Ein Beleg hierfür ist u.a. die 1137 in einer Urkunde erwähnte Fuldaer Stifts-Ministerialin Ratgunde von Cruciburg. 1153 wird ein Nortmann von Creuzburg als Zeuge in einer Hersfelder Urkunde benannt.(Dobenecker Bd. 1, Hessisches Staatsarchiv Marburg) Die Abtei Fulda hatte den Creutzberg an den Grafen Hermann von Orlamünde zur Lehn gegeben. Nachdem dieser jedoch 1170 auf dieses Lehn verzichtet, vertauscht der Abt Burghard von Fulda das Lehen an den Landgrafen Ludwig II. von Thüringen. (urkundlich durch Kaiser Barbarossa Friedrich I., am 26.07. 1170) Die strategische millitärisch bedeutsame Lage des Kreuzberges, denn zwei wichtige Straßen kreuzten sich hier, die von Frankfurt/M. kommende mit der alten Fernverbindung Köln-Meschede-Kassel-Erfurt-Leipzig und der für eine Burganlage äußerst günstigen Muschelkalkhügel dürften der Hauptgrund gewesen sein, das auf dem Berg vorhandenen Klostergebäude, zur Landgrafenburg auszubauen.

Stadtmauer in Creuzburg
creuzburg stadtmauer

Ludwig beginnt mit dem Bau einer festen Burg (Burg Creuzburg) an der Stelle des Klosters, vollendet durch seinen Sohn Hermann I. Mit dem Erwerb des Kreuzberges und der Umwandlung der Klosterniederlassung in eine Burg, die auch ein Brückenkopf zu hessischen Besitzungen darstellte und die damit verbundenen militärischen Aufgaben, den Ausbau und Sicherung der landgräflichen Macht und die westliche Grenzsicherung in Richtung Hessen, waren die Dienste von Burgvogten, Burgmannen notwendig. Dieser neue Stand der Ministerialen , mit den Aufgaben der militärischen Sicherung der Burg, die Einbringung der Abgaben und die Ausübung der Gerichtsbarkeit, stand im Gegensatz zum bestehenden Adel. Mit dem zunehmenden Bedarf an Hof-, Verwaltungs- und Kriegsdiensten wurden die Ministerialen ein neuer, vielfältig differenzierter Stand. Sie erhielten nicht vererbbare Dienstlehen und leisteten dafür, anfänglich vor allem für geistliche Herren, ritterliche Dienste. Seit König Konrad II. (1024-1039) wurden sie als Vögte oder Burggrafen und Landrichter zur Verwaltung des Reichsguts und, in den Landesherrschaften, der Landesgüter herangezogen Im 12. Jahrhundert setzte ein Angleichungsprozess an den Stand der Edelfreien (Vasallen) ein. Die Reste der Unfreiheit schwanden allmählich und in den niederen Adel aufgegangen bildeten sie seit Beginn des 15. Jahrhunderts den Kern des Ritterstandes .

Grundriss der Burg Creuzburg

Mit der Übernahme des Burgvogtenamtes der Creuzburg wurde von der zuerst beauftragten Familie eine Namensänderung vollzogen. Der mit dem Amt beauftragte Burgmann und seine Familie nahmen den Namen des Burgsitzes an und nannten sich fortan 'derer von Cruceburg' , die Herren von Creuzburg.

» Die Bewachung der Burg wurde adeligen Familien übertragen und die erste derselben nahm sogar den Namen von Burg und Stadt an, wie dies bei der Wartburg und andern Festen von den Burgmännern häufig geschah. Aus der Familie 'derer von Cruceburg' werden genannt Nortmann und Burchard 1196. «

* Stadtrecht an Creuzburg

Ludwig beschließt 1213 die Stadt Creuzburg nach der gleichnamigen Burg zu gründen. Dazu wurden mehrere Dörfer wie Kolbendorf, Rumpfreyn und Hepsberg, Ost und Westmilingen , zwangsweise an den Fuß der Burg um die alte Siedlung Cruciburg, umgesiedelt. So wurde die Stadt Creuzburg planmäßig angelegt, mit Stadtrechten wie Wappenführung und Gerichtsbarkeit ausgestattet und von einer Mauer umgeben. Das benachbarte Dorf Scherbda, heute zu Creuzburg gehörig, wurde erstmals 1229 als Siedlung um ein Lehnsgut urkundlich erwähnt. Den Höhepunkt Creuzburgs bildeten die Regierungsjahre Landgraf Ludwigs IV., des Heiligen, und seines Sohnes Hermanns II.

Erstes Siegel der Stadt Creuzburg aus dem 13. Jahrhundert
Siegel Stadt Creuzburg

* Kreuzfahrer Ludwig IV.

Nach der Hochzeit Ludwigs mit der ungarischen Königstochter Elisabeth, die später als Heilige Elisabeth in die Geschichte einging, wurde die Creuzburg, nach der Wartburg, zur Zweitresidenz. Hier wurden Feste gefeiert und die Kinder des jungen Paares geboren. Ludwig ließ die Burg verschönern und sorgte 1225 durch den Bau der ersten steinernen Brücke über die Werra für die Sicherung des Handelsweges. Ehe er 1227 zur Kreuzfahrt aufbrach, verabschiedete er sich von seinen Getreuen in einer großen Versammlung der thüringischen Edelleute auf der Burg.  Ludwig kehrte vom Kreuzzug nicht zurück.

* 12. bis 13. Jahrhundert

Sein Bruder Heinrich Raspe übernahm die Vormundschaft für den unmündigen Neffen Hermann II. Elisabeth verließ Thüringen und zog sich in die hessischen Besitzungen zurück, wo sie wenige Jahre später in Marburg starb. Mündig geworden, übernahm Hermann die Regierung als Landgraf von Thüringen und Hessen.
Die Creuzburg blieb seine Residenz bis zu seinem plötzlichen Tod im Alter von nur 18 Jahren. Sein Onkel und Nachfolger Heinrich Raspe verlegte den Regierungssitz wieder allein auf die Wartburg. Im Verlauf des Thüringer Erbfolgekrieges wurde Creuzburg von verschiedenen Kriegsparteien belagert. König Adolf von Nassau zog 1295 mit einem Heer durch Thüringen um seine Ansprüche auf das Land durchzusetzen, er ließ nahe der Gottesackerkirche eine Befestigung - die Adolphsburg - erbauen und schoss von dort aus Steine und Brandsätze in die Stadt. Die Bevölkerung zog sich daraufhin in die sichere Creuzburg zurück, die Stadt wurde niedergebrannt. Verbissen wird die Burg von Burgmannen wie den Herren von Nesselröden, Spichra, Pferdsdorf ,Buttlar und nicht zuletzt von den Herren von Kreutzburg verteidigt. Am 20. September ergibt sich die Burg. Die Burg wird in den Jahren 1371-1373 von Landgraf Balthasar von Thüringen weiter verstärkt und befestigt. Die Burg verliert durch die Entwicklung der Feuerwaffen an militärischer Bedeutung, verfällt und wird erst 1680 von Herzog Joh. Georg von Sachsen Eisenach mit dem Bau von neuen Gebäuden wieder bedacht. Die wirtschaftliche Grundlage der mittelalterlichen Stadt beruhte neben dem Handel auf Ackerbau und Viehzucht, wobei große Teile der Flur im Besitz des Klosters und der Rittergüter waren. An den steilen Südhängen wurden Weinberge angelegt. Schon im 12. Jahrhundert erbaute man den etwa vier Kilometer langen Mühlgraben und ermöglichte so den gleichzeitigen Betrieb von vier Mahl- und Sägemühlen in der westlichen Vorstadt.


* Creutzberg/Creutzburg

Auszug Originaltext Topographia Superioris Saxoniae, Martin Zeiller, Matheus Merian, 1650
Creutzberg / Creutzburg.
Eine Statt in Thüringen an dem Fluß Werra vnnd den Hessischen Gräntzen. Abbt Burckard zu Fulda der Anno 1176. gestorben hat dieses Creutzberg sampt Hattenhausen vnnd Hildewartshaussen Landgraff Ludwigen verkaufft: wie Christophorus Brovverus lib. 4. Annal. Fuldens. pag. 300. schreibet : der Zeit gehört Creutzberg Statt / Schloß vnd Ampt in das Eysenachische Gebieth vnnd nach Absterben deß alten Fürsten Hertzogs Johann Ernsten zu Sachsen in Anno 1638. der Weymarischen Fürstlichen Lini. Hat etwas Weinwachs herumb. Zun Zeiten deß ersten Landgraven in Thüringen Ludovici III. war Creutzburg ein Benedictiner Mönchs-Closter vnd kein Schloß vnnd die Statt ein Dorff. Hat jetzt eine schöne steinerne Brück vber die Werra vber welche eine vornehme Landstrasse auß Thüringen nach Cassel gehet. Nechst darunder liegt das Dorff Myla denen von Haerstall zuständig allda die Werra anfängt abwarts Schiffreich zu werden. In den Kriegen wegen deß Lands Thüringen davon anderswo gesagt worden zog im Jahr 1259. Hertzog Albrecht von Braunschweig sampt der Hertzogin von Braband Landgrävin in Hessen Frawen Sophien vor Creutzburg gewann die Statt aber die Burgk kont er nicht gewinnen (so die Meißner besetzt hatten ) deßwegen er die Statt plünderte vnd außbrante. An. 1295. ward Creutzberg vom Keyser Adolphobelägert. Die Bürger hieltens mit den Söhnen; der Keyser aber mit dem Vatter Landgraf Albrechten in Thüringen Marggraven zu Meissen dem vnartigen; vnnd eroberte die Statt mit Fewer einschiessen daß sie biß vff die Kirch vnd 2. oder 3. steinerne Häusser außbrannte. Die Burgk hielte sich lang muste sich doch auch auß Mangel Wassers ergeben wie in deß Bangen getruckten vnd in der geschriebenen Thüringischen Chronic Adami Ursini, auch in einer andern geschriebenen vnd daselbsten auch dieses stehet daß Anno 1345. (Bange sagt von 1342.) das Wasser allda vnd das folgende Jahr der Graf von Henneberg vor der Statt grossen Schaden gethan: Item Anno 1355. sich sehr viel Storcken allhie versamblet vff einer grossen Wiesen ihrer drey zu Todt gestochen vnd solche 3. erbissene Storcken mit sich in die Statt gebracht haben. Anno 1632. ward Creutzberg von den Pappenheimischen gantz außgeplündert.

Beachtenswert ist hier die ursprüngliche Schreibweise der Stadt Creuzburg, 'Creutzberg, Creutzburg'. Vergleichen Sie auch mit der historischen Karte von 1635 mit den eingezeichneten Gütern der Herren von Creutzburg

* weitere Entwicklung der Stadt Creuzburg

Seit 1626 bekam Creuzburg die Folgen des 3O-jährigen Krieges unmittelbar zu spüren. Truppen der einzelnen Kriegsparteien belagerten und brandschatzten die Stadt. Die Burg selbst, ihr Westtor war seit 1632 zur Erhöhung der Verteidigungsstärke zugemauert, bildete eine uneinnehmbare Bastion. Ende September 1634 zerstörte ein großer Brand fast die gesamte Stadt. Die Flammen griffen auch auf die Burg über. Kornhaus und Burgkapelle fielen in Schutt und Asche. 1655 richtete man zusätzlich Gefängnisse für die der Hexerei angeklagten Personen auf der Burg Creuzburg ein. 1680 veranlaßte Herzog Johann Georg von Sachsen den Wiederaufbau des 1634 durch Brand zerstörten Kornhauses. Nach dem Tod Herzog Johann Georgs II. führte dessen Bruder Johann Wilhelm ab 1698 die Regentschaft im Eisenacher Herzogtum weiter. Während seiner Regierungszeit erlangte die Creuzburger Saline ihre bis dahin höchste Blüte. Sie erhielt auch den Namen des Herzogs und nannte sich von da ab,,Saline Wilhelmsglücksbrunn". Umfangreiche Bauarbeiten in der Mitte des 18. Jahrhunderts gaben der Creuzburg ihr heutiges Erscheinungsbild. Während des 7-jährigen Krieges, unter dessen Folgen Stadt und Amt Creuzburg wiederum stark zu leiden hatten, nisteten sich französische Truppen 1758 auf der Burg ein. Verheerende Brände 1765 und 1782 vernichteten die Stadt Creuzburg größtenteils. Die Burg blieb glücklicherweise jedesmal verschont. Der Anblick der zerstörten Stadt und das Leid ihrer Bürger erschütterten Goethe, der bereits 1779 auf der Creuzburg weilend eine Skizze der 1765 ausgebrannten Nicolaikirche angefertigt hatte, derart, daß er in einem Brief an Charlotte von Stein am 5. April schrieb: "Der Menschen Wesen ist kümmerlich ...". Und beschämt fühlte er sich darüber, "... vor so vielen Tausend so begünstigt zu sein." In den folgenden Jahren suchte Goethe noch öfters die Veste an der Werra auf, letztmalig 1829.
Eine wirtschaftliche Besonderheit stellte die 1758 eingerichtete Seidenraupenzucht dar, sie wurde nach zahllosen Misserfolgen 1808 endgültig aufgegeben. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Eisenach mit seiner Kammgarnspinnerei zu einem regionalen Zentrum der thüringischen Textilindustrie. Hierzu wurde auch aus Creuzburg in großen Mengen heimische Schafwolle aufgekauft. Die regionale Landwirtschaft forcierte in der Folge die Schafhaltung (Bau mehrerer Schafställe in der Flur). Eine saisonale Beschäftigung in Creuzburg ermöglicht die Tabakverarbeitung und arbeitsintensive landwirtschaftliche Kulturen (Kartoffel- und Rübenanbau), erste Obstplantagen wurden angelegt. In Creuzburg befand sich auch eine Glockengießerei.
Nach der 48-iger Revolution kerkerte man Burschenschaftler in das Burggefängnis ein. 1898 verkaufte die weimarische Regierung die Creuzburg für 100.000 Reichsmark an Kommerzienrat Nikolaus von Dreyse. Als Nikolaus von Dreyse 1921 starb, verkauften seine Erben noch im gleichen Jahr die Creuzburg für 300.000 Reichsmark an den Kommerzienrat Georg Kossenhaschen aus Erfurt. Bereits 1922 wählte die Familie Kossenhaschen die Creuzburg zu ihrem Wohnsitz. Unter Kossenhaschen vollzog sich eine bemerkenswerte Sanierung und Ausgestaltung der Burg.
Wenige Wochen vor Ende des 2. Weltkrieges sollten die vorrückenden amerikanischen Truppen an der Werra zum Stehen gebracht werden. Bei den am 1. und 2. April 1945 im Raum Creuzburg stattfindenden Kampftrandlungen wurde die Stadt Creuzburg fast vollständig zerstört. Die Burg blieb unversehrt.
Dank einer Initiative Creuzburger Bürger begannen 1981 umfangreiche Baumaßnahmen und verhinderten den zunehmenden Verfall der Burg Creuzburg. Seit 1991 ist sie dem Publikumsverkehr wieder zugängig gemacht. Im gleichen Jahr ging die Burg in das Eigentum der Stadt Creuzburg über. 1997 wurde die Grundsanierung der Burg abgeschlossen.


* Die Herren von Creutzburg

Erstmals urkundlich erwähnt wird der Name 'Creutzburg' in Zusammenhang mit den ' Herren von Creutzburg ', eines der ältesten Thüringer Adels- bzw. Rittergeschlechter. Die Präposition »von« vor dem Familiennamen bezeichnet ursprünglich lediglich den Wohnsitz, die Herrschaft oder die Gerichtsbarkeit, wie Herzog von Sachsen oder Graf von Stolberg oder Herren von Creutzburg. Familiennamen mit »von« sind bewußt zuerst vom Adel geführt worden um auf einen Besitz im Namen hinzuweisen. Vor allem seit der Erblichkeit der Lehen unter Konrad II. 1037 bezeichnet das »von« im Namen auch erbliche politische Ansprüche, welche durch einen erblichen Namen dann gesichert werden konnte. Bei den Bewohnern der mehr bevölkerten Städte aber auch bei Bauern, hatte der Wohnort nichts persönlich Kennzeichnendes, außer bei Familien, die, aus andern Städten übergesiedelt, sich nach ihrem alten Wohnort schrieben. Erschienen in einer Stadt Ortsfremde, wurde der Zusatz »von« dann beispielsweise vor Gericht in Urkunden verwendet und ist hier nicht als Hinweis auf den Adelsstand zu werten. Personen, die den rittermäßigen Adel erwarben, schrieben sich nur dann von einem existierenden Ort, wenn sie mit demselben belehnt wurden, was nach 1400 nur noch selten vorkam.
So findet man im Archiv für sächsische Geschichte von 1863.....
» Die landgräflichen Burgen wurden theils an die Herren des hohen oder niederen Adels zur Lehn gegeben... Die meißten dieser Schlösser waren Erbburgmannen oder Burgvoigten anvertraut, welche nicht selten den Namen der Burg annahmen z.B. die Herrn von Creuzburg.. «
Bei den Herren von Creutzburg handelt es sich um ein sehr altes Thüringer Adels- bzw. Rittergeschlecht, welches aber mit dem bürgerlichen Namen Creutzburg insofern in Verbindung zu bringen ist, da die Herkunft des Namens denselben Ursprung besitzt, die Burg Creuzburg. Im Deutschen Adels-Lexikon von Prof. Dr. Heinrich Kneschke wird u.a. ein Eckard von Creutzburg erwähnt, welcher bereits 1242 Burgherr (Burgritter) des Schlosses Grimmenstein zu Gotha war. Der weiterführende Link ist sehr empfehlenswert und interessant, da hier das Wirken der Ritter von Creutzburg bereits ab 1186 , in Westthüringen, vor allem im Werratal, ausführlich darstellt.

* Unehelich Geborene

Unehelich Geborene erhielten oft ungewöhnliche Namen wie Kegel, Beischlaf, Halbritter oder Halbherr. Oft hießen uneheliche Mädchen Magdalena oder Gertrud. War der Name des Vaters bekannt, führte das uneheliche Kind oft den Namen des Vaters.
Uneheliche Kinder adliger Namensträger erhielten, wenn der leibliche Vater bekannt war bzw. sich zur Vaterschaft bekannte, den Familiennamen des Vaters ohne das Adelsprädikat. So gingen sehr oft bürgerliche Familien aus land- bzw. ministerialadligen Familien hervor.

* Abschliessende Herkunftsbetrachtung

Mit Entstehung der Familiennamen im 12. Jahrhundert, ist der Ursprung der Familienamen Creutzburg, Kreutzburg, Creuzburg und Kreuzburg, in Creuzburg an der Werra in Thüringen, zu finden.
Bereits 1186 werden derer von Cruceburg Burgmänner der Burg Creuzburg. 1196 werden Nortmann und Burchard namentlich erwähnt. Sie nahmen als erste Ministerialen der Burg Creuzburg den Namen der Burg an und nennen sich fortan 'derer von Cruczeburg', von Creutzburg.
Familien, die aus anderen Städten übersiedelten, nannten sich oft nach ihrem alten Wohnort. Es war durchaus üblich, hier das Prädikat 'von' zu benutzen, welches später weggelassen wurde, da das Prädikat 'von' ausschließlich dem Adel vorbehalten war. So wurde aus den Familien 'von Creutzburg' mit Entstehung der Familiennamen einfach Creutzburg. Vorstellbar ist, daß Familien aus Creuzburg an der Werra bei Eisenach, vor allem wegen der zahlreichen Belagerungen, Kriege oder auch der wütenden Pest in andere Siedlungen flüchteten und sich hier dann 'von Creutzburg' nannten. Der Familiename Creutzburg gehört damit mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zur Gruppe der Familiennamen, welcher aus dem  Burg- und Ortsnamen Creuzburg, hervorgegangen ist.
Möglich ist auch die Ansiedlung von Klosterarbeitern um das Kloster Reinhardsbrunn, welche vom Benedektinerkloster Creuzburg stammten und sich nach ihrem alten Wohnort Creutzburg, nannten.(vgl. alte Schreibweise Creutzburg) Unterstützt wird diese Annahme , durch die zahlenmässige Verbreitung des Familiennamen Creutzburg, vor allem in Tabarz/Cabarz, Friedrichroda und Schnepfenthal(Waltershausen), im Landkreis Gotha, welche im Verhältnis zur Einwohnerzahl, die grösste Häufigkeit in Deutschland aufweisen.
Der Hinweis aus dem Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels in Deutschland, Regensburg 1863, daß Nachkommen, 'Sprossen' der Herren von Creutzburg als Bauern in Thüringen leben, erlaubt auch die Theorie, daß der Name Creutzburg hier das gleichnamige Adelsgeschlecht zum Ursprung hat und der bürgerliche Familienname Creutzburg aus dem ministerialadligen 'von Creutzburg' hervorgegeangen ist. (vgl. Herren von Creutzburg)
Die Stadt Creuzburg an der Werra findet man in der älteren Quellenliteratur bis 1650 in der alten Schreibweise Creutzburg/Creutzberg. Folgende verschiedene Schreibweisen wie Cruciburg, Cruceburc, Cruziberg, Cruceberc, Cruceborc, Crvceburg, Cruczeberc, Crutzeberc, Crutzebork, Creutzberg, Creutzburgk, Creutzburg, Creuzburg, Kreutzburg und Kreuzburg sind in der angegebenen Quellenliteratur ebenfalls zu finden.
Oft wird zwischen 'C' und 'K' als Anfangsbuchstabe nicht unterschieden. Das Adelsgeschlecht findet man in der Schreibweise 'von Creutzburg, von Creutzburgk, von Kreutzburg, von Creuzburg', in neueren Adelslexika ausschließlich 'von Creutzburg'.
In Gegenden mit überwiegend evangelicher Bevölkerung wurde die Schreibweise mit 'C' und 'tz' bevorzugt.
Die verschiedenen Schreibweisen der Burg und Stadt Creuzburg, als auch die Schreibweise des Namen Creutzburg wie Creuzburg, Kreutzburg oder Kreuzburg bis Ende 18. Jahrhundert, Anfang 19. Jahrhunderts weisen darauf hin, dass auch diese Namen, hier in Creuzburg an der Werra in Thüringen, ihren Ursprung haben.






Quellen:
Friedrich-Schiller-Universität Jena, Philosophische Fakultät, Institut für Germanistische Sprachwissenschaft, Institut für Germanistische Literaturwissenschaft Ortsnamen der ‘Thüringischen Landeschronik’ (Codex Gothanus Chart. B 180)
Magisterarbeit zur Erlangung des akademischen Grades MAGISTER ARTIUM (M.A.) vorgelegt von Beate Lex geboren am 16.11.1971 in Leipzig
Erstgutachter: Herr Prof. Dr. Meineke Zweitgutachter: Frau PD Dr. Weigelt Jena, 6. August 2001
Regesta Diplomatica Necnon Epistolaria Historiae Thuringiae, Otto Dobenecker, Band II Teil 1,2, Band III, IV, Jena 1900
Topographia Superioris Saxoniae, Martin Zeiller, Matheus Merian, Frankfurt am Main, 1650
Die Creuzburg. Kurt Langlotz 1941
900 Jahre Bischofroda, Walter Böttger 2004
Die Ritterburgen und Bergschlösser Deutschlands von Friedrich Gottschalck, Halle 1835
Thüringische Chronicka, Johann Heinrich von Falckenstein, 1738
Deutsches Adels-Lexikon von Prof. Dr. Ernst Heinrich Kneschke, Leipzig 1860
Archiv für die Sächsische Geschichte von Dr. Wilhelm Wachsmuth, Dr. Karl von Weber, 1863
Landeskunde des Großherzogthums Sachsen - Weimar - Eisenach von C. Kronfeld, Weimar 1879
Genealogisch-Historisches Adels Lexicon von Johann Friedrich Gauhe, Leipzig 1740
Die Hoheit Des Teutschen Reichs-Adels, TOMUS II, Bamberg 1751
Vaterlandskunde oder Bemerkungen über die Stadt Eisenach und Ihre nächste Umgebung, Johann Heinrich Mey, Eisenach 1821
Geschichte und Beschreibung des Herzogthums Gotha, Joh. Georg August Galletti, 1780
Staats Handbuch für das Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach, 1863
Genealogisches Handbuch des in Bayern immatrikulierten Adels Band XV, Vereinigung des Adels (E.V.), 1984
Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels, Bd. II, Regensburg 1863
Die Wappen des hessischen und thüringischen Adels, J. Siebmacher 1977
Die Entstehung der Landesherrschaft in Thüringen , Hans Patze, 1962
Thüringen um 1200, PD Dr. Sylvia Weigelt, 2007
Deutsche Namenskunde, Adolf Bach 1943
Burgen, Schlösser und Herrensitze im Gebiete der unteren Werra, Heinrich Lücke 1925
Die Creuzburg, Horst Schmidt, 1994
Zur Gründungsgeschichte der Stadt Creuzburg, Kurt Langlotz
Beiträge des Ortschronisten Herrn Rainer Lämmerhirt aus Mihla
Genealogie Forscher Thomas Engelhardt, Sömmerda
Wikipedia
Telefonbuch Deutschland
Forum.ahnenforschung
Roswitha Kolatzki, geb. Kreutzburg aus Bansleben
Jens Rost, Schönstedt(Thüringen)
Sven Helbig, Erfurt


2009 Michael Creutzburg, Eisenach




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